Sie sind hier: Treffpunkt FAQ  
 TREFFPUNKT
Biografie
Tourplan Lesereisen
Bilder Tour
Bildergalerie
Links
FAQ
Kontakt

FAQ
 

Fragen an Claudia Redlhammer:

"Die schmutzige Frau" ist ihr Debütroman.
Wie lange haben sie daran geschrieben?

Begonnen zu schreiben habe ich vor drei Jahren. Dann habe ich durch einen Computerabsturz das bisher geschriebene (fast) verloren. Nach neun Monaten fasste ich mich wieder und schrieb das Buch innerhalb von wenigen Monaten zu Ende.

Sie verwenden zwei Erzählformen. Warum? Das scheint für ein Erstlingswerk eine grosse Herausforderung zu sein.
Ja, aber nur dadurch war es mir möglich, die Hauptfigur, Irene, dem Leser sehr persönlich und direkt näher zu bringen. Daher ist Irene auch so greifbar und schonungslos fühlbar.

Sie bedienen sich einer sehr direkten, modernen Sprache und gehen auch mit dem Thema Sex sehr direkt um. Ist das notwendig?
Ja absolut, weil es Teil der Protagonistin ist und sie den Sex nicht als "Liebe machen" sieht, sondern nur als "machen". Das ist sehr direkt, aber es ist eine Seite der Persönlichkeit von Irene, die man verstehen muss, um auch ihr Tun zu verstehen.

Der Roman greift ein brisantes Thema auf. Die Protagonistin gibt nach der Scheidung die Kinder in die Obsorge des Vaters. Ist der Roman "Die schmutzige Frau" autobiographisch?
Nein, auch wenn auch ich die Obsorge meiner Kinder aus erster Ehe meinem Ex-Mann abgegeben habe. Aber wer mich in diesem Buch sucht der findet meinen Schmerz, meine Ohnmacht und meine Verzweiflung.

Ihr persönliches Schicksal wird aber thematisiert?
Sagen wir so. Wenn mir das Leben nicht eine zweite Chance gegeben hätte, wäre ich vielleicht so wie Irene geworden.

Sie wollen mit dem Roman das Gesetz ändern. Was soll geändert werden?
Das Ausgrenzen eines Elternteils, die Entfremdung der Kinder, das ist seelische Gewalt an den betroffenen Kindern. Das Gesetz muss für so einen Fall vorsehen, dass die Obhut entzogen wird. Ausserdem muss mit den Rechten die ein Elternteil hat genauso umgegangen werden wie mit den Pflichten. Die Alimentszahlungen werden rigoros verfolgt, dass das Besuchsrecht verweigert wird, allerdings nicht. Da ist nicht in Ordnung..

Wie wollen sie das Gesetz ändern?
Mit dem Buch, den Lesungen und den Medienberichten machte ich das Thema öffentlich. Dann habe ich eine Plattform gegründet, www.rabenmutter.at, auf der Betroffene über ihre Schicksale berichten. Als nächstes möchte ich mit Juristen einen Gesetzesentwurf verfassen.

Sind sie nicht zu idealistisch, eine Träumerin?
Vielleicht. Aber ich weiss, Träume können Berge vesretzen.
Und das versuche ich jetzt.

Sie schreiben aber schon an ihrem nächsten Roman?
"Der Kuss auf die Stirn" wird wieder ein sozialkritisches Thema aufgreifen. Es geht um Definition von Treue, Verlassenwerden und Verlust.


 

Claudia Redlhammer in der Sendung Aeschbacher, SF