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ÜBERHEBLICHKEIT |
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ÜBERHEBLICHKEIT von Claudia Redlhammer
Wir, mein Bruder Karl und ich, sind zwei Flügel am Rumpf einer Biene. Ohne uns wäre die Biene ein kleines Nichts. Sie könnte weder fliegen noch arbeiten, wobei Letzteres ja die eigentliche Existenz der Biene darstellt. Auch wenn ihr Stachel wichtiger erscheint, weil er zur Verteidigung dient, so ist er doch nicht lebensnotwendig, so wie wir.
Wir leben in stillem Einklang mit dem restlichen Körper unserer Biene. Die Tatsache, dass nur unsere Kraft sie fliegen lässt, macht uns innerlich glücklich und zufrieden.
Der Dank an uns scheint überflüssig. Wissen wir doch um unsere Macht.
Gestern aber, wir waren schon sehr erschöpft, baten wir unsere Biene darum, doch eine Pause machen zu dürfen. Zum ersten Mal in all der gemeinsamen Zeit, trugen wir eine Bitte an sie heran. Sie lehnte das sehr unfreundlich ab und erklärte uns, unsere Unwichtigkeit. Sie meinte, wir wären nicht in der richtigen Position um Forderungen zu stellen.
Der traurige Blick meines Zwillingsbruders hatte mich getroffen und verstehen lassen. Unsere Welt zerbrach, innerhalb von Sekunden. Unsere Arbeit, die uns oft an die Grenzen unserer Belastbarkeit brachte, hatte für unsere Biene keine Wert. Die kleinen Herzen die in unserem Inneren schlugen bekamen Risse, viel zu grosse Risse für zwei so kleine Flügel.
Als die Biene (wir nannten sie nun nicht mehr unsere Biene) nun mit unserer Hilfe zum Teich fliegen wollte, um Wasser zu trinken, hörten wir, Karl und ich, in stummer Übereinstimmung einfach auf zu schlagen. Stürzten mit der Biene ins Wasser, und ……. ertranken.
Was hat der Biene jetzt den Tod gebracht?
Der Durst?
Oder gar die eigene Überheblichkeit?
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